Die MVV Energie AG hat als eines der ersten deutschen Energieunternehmen ihre Klimaziele durch die internationale Science Based Targets initiative (SBTi) verifizieren lassen – und sich dabei klar dem 1,5-Grad-Ziel verpflichtet. Mit ambitionierten Reduktionspfaden für alle Emissionsbereiche setzt MVV neue Maßstäbe für wissenschaftlich fundierten Klimaschutz in der Energiebranche.
Ausgangssituation
Wissenschaft trifft Unternehmensstrategie – MVV und die Science Based Targets initiative
MVV ist eines der ersten deutschen Energieunternehmen, das seine Klimaschutzstrategie konsequent anhand wissenschaftlicher Standards messen und verifizieren lässt. Ausgerichtet an den Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi), einem Zusammenschluss international führender Klimaschutzorganisationen (Carbon Disclosure Project, United Nations Global Compact, World Resources Institute, World Wide Fund for Nature), hat MVV ambitionierte und wissenschaftlich geprüfte Emissionsziele formuliert.
Hintergrund ist der Anspruch, die eigene Dekarbonisierung messbar an den Anforderungen des Pariser Klimaabkommens auszurichten – insbesondere am 1,5-Grad-Ziel. Vor diesem Schritt steht die Erkenntnis, dass freiwillige Klimaziele oft nicht ausreichen, um die globale Erderwärmung wirksam einzudämmen.
Lösung
Emissionsminderung über alle Bereiche hinweg
Die Zusammenarbeit mit der SBTi mündete 2021 in der offiziellen Verifizierung der MVV-Klimaziele. Damit war MVV das erste deutsche Energieunternehmen, dessen Emissionsziele mit dem 1,5-Grad-Pfad des Pariser Klimaabkommens übereinstimmen. Im Jahr 2022 folgte dann die Verifizierung der Net-Zero-Ziele und zugehöriger Maßnahmen – ebenfalls als erstes deutsches Energieunternehmen.
Im Detail verpflichtet sich das Unternehmen, seine Emissionen in drei Bereichen – Scope 1, Scope 2 und Scope 3 – deutlich zu senken.
Scope 1
Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen, die MVV selbst verursacht, z. B. durch eigene Kraftwerke oder Fahrzeuge.
Scope 2
Scope 2 sind indirekte Emissionen, die durch den Einkauf von Strom oder Wärme für den Eigenbedarf bei anderen Firmen entstehen.
Scope 3
Scope 3 umfasst alle weiteren indirekten Emissionen, etwa aus der Produktion von Materialien, die MVV einkauft, oder aus der Nutzung der Produkte durch die Kunden.
Die Klimaziele von MVV
Bis 2035 will MVV ihre CO₂-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – also in Scope 1, 2 und 3 – vollständig auf Netto-Null senken. Entscheidend dabei ist, dass MVV konsequent auf reale Emissionsminderungen setzt – sowohl im eigenen Betrieb als auch entlang der gesamten Lieferkette bei Kunden und Lieferanten.
Zusätzlich wird MVV durch eine CO2-Abscheidung an den Anlagen, diese Emissionen dauerhaft der Atmosphäre entziehen und langfristig speichern.
Der Einsatz von Kompensationszertifikaten oder -projekten zur Zielerreichung ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Die von der SBTi bestätigten Reduktionsziele decken sich mit dem Mannheimer Modell von MVV und umfassen ambitionierte Etappenziele:
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Bis 2030 sollen die Emissionen in Scope 1 und 2 um über 80 % gegenüber 2018 sinken, die Emissionen in Scope 3 bis 2035 ebenfalls um mehr als 80 %.
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Für 2035 ist das Erreichen der Net-Zero-Grenze vorgesehen.
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Die Testierung berücksichtigt dabei auch biogene Emissionen und orientiert sich an klar definierten, technischen Maßstäben.
Mit dieser Strategie geht MVV über reine Klimaneutralität hinaus:
Bis 2035 strebt das Unternehmen an, „#klimapositiv" zu werden – also der Atmosphäre mehr CO₂ zu entziehen, als es entlang der gesamten Wertschöpfungskette noch ausstößt. Damit zeigt MVV, dass Klimaschutz nicht nur Teil der Unternehmensstrategie ist, sondern konkret und transparent umgesetzt wird – mit überprüfbaren Maßnahmen, die zu den ambitioniertesten weltweit zählen.
Nachhaltigkeitseffekte
MVV als nachhaltiger Vorreiter setzt neue Maßstäbe in der Energiebranche
Die Verifizierung durch die SBTi zeigt:
Klimaschutz lässt sich wissenschaftlich fundiert und wirtschaftlich realisieren. MVV leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Treibhausgasreduktion in der Energiebranche und gilt als Vorreiter für andere Unternehmen. Durch die enge Anbindung an wissenschaftliche Standards schafft MVV Transparenz, Verlässlichkeit und Vorbildwirkung. Die Initiative stärkt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Unternehmens, sondern wirkt auch als Multiplikator für nachhaltiges Wirtschaften im Energiesektor.
Darüber hinaus zeigen sich weitere positive Auswirkungen solch einer ambitionierten Zielsetzung und damit verbundener Strategie – intern z. B. im Hinblick auf die Unternehmenskultur und extern im Hinblick auf das Thema Employer Branding.
„Unsere ambitionierte Konzernstrategie ist mehr als nur ein Beitrag zur Dekarbonisierung – sie ist der Motor, der Innovationen antreibt und unsere gesamte Organisation transformiert. Intern spüren wir die Dynamik, die durch diese strategische Ausrichtung entsteht – Kolleginnen und Kollegen sind begeistert von der Möglichkeit, echten Impact zu schaffen. Gleichzeitig macht uns diese Strategie zu einem Magneten für Talente, die sich mit Leidenschaft und Innovationsgeist einer so zukunftsweisenden Vision anschließen wollen.“
– Dr. Alina Lara Amann, Stabsabteilungsleiterin Innovation
Weitere Informationen
https://sciencebasedtargets.org/
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