Future-Skills-Analyse

Anwendungsbereich

Anwendungsbereich

Zur Einordnung der Fallbeispiele und Methoden wird zwischen den Anwendungsbereichen Ziele, Strategie, Operatives & Projekte, Governance & Strukturen sowie Kultur & Führung unterschieden. Diese Kategorisierung orientiert sich am Praxismodell des nachhaltigen Innovationsmanagements und zeigt, in welchem thematischen Schwerpunkt ein Fallbeispiel oder eine Methode verortet ist.

Weitere Informationen zum Praxismodell finden Sie hier.

Kultur & Führung

Zweck

Zweck

Zur Einordnung der Methoden wird zwischen Ideenentwicklung & Konzept, Orientierung & Analyse sowie Umsetzung & Bewertung unterschieden.

Die Kategorien geben an, welchen Beitrag die jeweilige Methode im Innovationsprozess leistet – von der Entwicklung erster Ideen über die systematische Analyse bis hin zur praktischen Umsetzung und Bewertung der Ergebnisse.

Orientierung & Analyse

Umsetzungsaufwand

Umsetzungsaufwand

Die Anforderungen sind in folgende Stufen aufgeteilt:

+ Gering:

Leicht verständlich · Wenig Vorkenntnisse nötig · Wenig Planungsaufwand · Keine externe Begleitung nötig

++ Moderat:

Vorkenntnisse hilfreich · Strukturierte Vorbereitung erforderlich · Moderation oder Anleitung sinnvoll

+++ Erhöht:

Fachlich anspruchsvoll · Erhöhter Planungs- und Analyseaufwand · Externe Begleitung meist erforderlich

++ Moderat

Die Future-Skills-Analyse ermittelt systematisch, welche Fähigkeiten und Qualifikationen ein Unternehmen oder eine Branche in Zukunft braucht – und vergleicht sie mit dem aktuellen Kompetenzbestand. Durch diesen Soll-Ist-Abgleich lassen sich gezielt Entwicklungslücken identifizieren, Weiterbildungsschwerpunkte ableiten und die strategische Personalentwicklung vorausschauend ausrichten.

So bleiben Unternehmen auch bei technologischem Wandel, demografischem Umbruch oder veränderten Marktanforderungen wettbewerbsfähig.

Beispiel einer Kompetenzgegenüberstellung

Ziele und Nutzen

Heute schon wissen, was morgen zählt – Ihre Vorteile im Überblick

Strategische Personalentwicklung

Mit der Future-Skills-Analyse erkennen Unternehmen frühzeitig, wo Wissen verloren zu gehen droht – z. B. durch den Renteneintritt erfahrener Fachkräfte – oder wo neue Kompetenzen gebraucht werden, etwa für KI-gestützte Systeme oder neue Produktionsverfahren. So kann gezielt in Weiterbildungen oder Nachfolgeplanung investiert werden.

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Wer Trends wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Fachkräftemangel früh aufgreift, kann sich schneller an neue Marktbedingungen anpassen. Dazu zählen z. B. Kompetenzen in Cloud-Technologien, Prozessautomatisierung oder nachhaltiger Produktion.

Veränderungen aktiv gestalten

Die Analyse macht sichtbar, wo es nicht nur um Fähigkeiten, sondern auch um kulturellen Wandel geht – etwa bei der Einführung agiler Arbeitsweisen, der Auflösung starrer Hierarchien oder dem Aufbau kollaborativer Teamstrukturen.

Mitarbeitermotivation steigern

Gezielte Entwicklungsperspektiven – z. B. individuelle Weiterbildungspläne oder projektbezogene Verantwortung – fördern die Motivation. Wenn Beschäftigte sehen, dass ihre Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt werden, stärkt das Innovationskraft und Bindung.

Typische Vorgehensweise

In sieben Schritten zur zukunftsgerichteten Kompetenzstrategie

Ziele und Untersuchungsrahmen festlegen

  • Zu Beginn wird definiert, was genau untersucht werden soll: Bezieht sich die Analyse auf das ganze Unternehmen oder auf spezifische Bereiche wie IT, Entwicklung oder Vertrieb?

  • Ein klarer Fokus hilft bei der Auswahl geeigneter Methoden und sorgt dafür, dass die Ergebnisse anschlussfähig an übergeordnete Unternehmensziele sind.

Trends und Szenarien analysieren

  • Im nächsten Schritt werden relevante Zukunftstrends gesammelt und mögliche Entwicklungen modelliert. Dazu zählen u. a. Digitalisierung, ESG-Vorgaben, Fachkräftemangel oder veränderte Kundenbedürfnisse.

  • Mithilfe anerkannter Quellen wie dem World Economic Forum werden unterschiedliche Zukunftsszenarien entworfen – um auch unter Unsicherheit robuste Kompetenzbedarfe zu identifizieren.

Kompetenz-Ist-Stand erfassen

  • Der aktuelle Qualifikationsstand wird systematisch ermittelt – z. B. durch standardisierte Mitarbeitergespräche, Skill-Matrix-Auswertungen oder Weiterbildungsbedarfsanalysen.

  • Diese Ist-Erhebung bildet die Datengrundlage für den späteren Abgleich mit den erwarteten Anforderungen – und schafft Transparenz über bestehende Stärken und Lücken.

Zukunftskompetenzen definieren

  • Basierend auf den Trendanalysen wird ein konkretes Soll-Profil für Schlüsselrollen erarbeitet.

  • Dieses umfasst sowohl technische Fähigkeiten (z. B. Kenntnisse neuer Software oder Systeme) als auch überfachliche Kompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation oder Veränderungsbereitschaft.

Gap-Analyse durchführen

  • Die Gegenüberstellung von Ist und Soll zeigt auf, wo die größten Lücken bestehen – also in welchen Bereichen Kompetenzen aufgebaut oder ausgebaut werden müssen.

  • Die Ergebnisse lassen sich priorisieren, um gezielt in kritische Bereiche zu investieren.

Maßnahmen entwickeln

  • Nun werden konkrete Entwicklungsmaßnahmen erarbeitet – z. B. Qualifizierungsprogramme, neue Rekrutierungsansätze, Lernformate oder strukturelle Anpassungen.

  • Dies geschieht häufig in interdisziplinären Workshops oder Planungsteams.

Umsetzung und Monitoring

  • Die Maßnahmen werden schrittweise eingeführt, z. B. durch Pilottrainings, Coachings oder neue Projektstrukturen.

  • Ein begleitendes Monitoring – etwa durch Kompetenzbewertungen, Feedbackgespräche oder Lernerfolgskontrollen – stellt sicher, dass die Strategie wirkt und weiterentwickelt werden kann.

Anwendungsbeispiel

Future Skills 2030 – Strategische Kompetenzplanung für die Industrie

Ein konkretes Beispiel ist die Studie „Future Skills 2030“ der AgenturQ für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. Hier wurden über 12.000 Stellenanzeigen ausgewertet und die Ergebnisse in 39 sogenannte Skill-Cluster eingeordnet – gruppiert in vier Kategorien:

  • Technologische und digitale Kompetenzen
  • Industrielle Fachkompetenzen
  • Überfachliche Fähigkeiten
  • Kompetenzen zur Sicherstellung von Geschäftsprozessen

Ergänzt durch Experteneinschätzungen und historische Daten entstand ein fundierter Ausblick auf die wichtigsten Kompetenzen bis 2030. Unternehmen können diese Erkenntnisse nutzen, um ihre Weiterbildungsstrategien gezielt daran auszurichten – etwa durch Trainings zu Digitalisierung, Produktionsautomatisierung oder cross-funktionalem Arbeiten. Die Studie zeigt, wie eine strukturierte Analyse von Kompetenztrends zur Zukunftssicherung beiträgt.


AgenturQ. Future Skills 2030: Welche Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg heute und in Zukunft erfolgskritisch sind. Abgerufen am 6. August 2025 von https://www.ihk.de/rhein-neckar/ausbildung-weiterbildung/weiterbildung-channel/seminar-zertifikat/future-skills/future-skills-studie-6267112

Gut zu wissen

Vier Erfolgsfaktoren für die Umsetzung in der Praxis

Stakeholder einbinden

Binden Sie frühzeitig zentrale Akteure ein – HR, Fachabteilungen, Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder externe Expertinnen und Experten. Das schafft Akzeptanz und sorgt dafür, dass die ermittelten Kompetenzbedarfe realitätsnah und anschlussfähig sind.

 

Systematisch analysieren

Erfolgreiches Kompetenzmanagement basiert auf fundierten Daten – aus internen Analysen, Marktentwicklungen und strategischen Zielen. So lassen sich Future Skills konkret benennen und gezielt in die Personalstrategie integrieren.

Dynamik einplanen

Kompetenzbedarfe ändern sich laufend – durch technologische Neuerungen, Marktumbrüche oder neue Geschäftsmodelle. Aktualisieren Sie Ihre Future-Skills-Analyse regelmäßig, um flexibel reagieren zu können.

Nahtlose Anbindung an Weiterbildung

Die besten Analysen bringen nur dann Wirkung, wenn sie in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Verzahnen Sie die Ergebnisse direkt mit Weiterbildungsprogrammen, Lernplattformen oder Entwicklungsplänen – und machen Sie Kompetenzaufbau zu einem strategischen Hebel für Unternehmensentwicklung.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Informationen finden Sie hier

AgenturQ. (n. d.). Future Skills 2030: Der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit von Fach- und Führungskräften. Abgerufen am 06. August 2025 von IHK Rhein-Neckar: https://www.ihk.de/rhein-neckar/ausbildung-weiterbildung/weiterbildung-channel/seminar-zertifikat/future-skills/future-skills-studie-6267112

Schnalzer, K., Karapidis, A., Dworschak, B., & Mozer, P. (2022).Vorgehensweise zur Kompetenzbedarfsermittlung in Organisationen. Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Abgerufen am 08. April 2025 von https://publica-rest.fraunhofer.de/server/api/core/bitstreams/af7ff6f9-feee-4015-823b-49826af0b20e/content.

World Economic Forum. (2020). The Future of Jobs Report 2020. Abgerufen am 08. April 2025 von https://www.weforum.org/publications/the-future-of-jobs-report-2020/.

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