Von Unternehmensleitbild bis Produktion: Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmens-DNA @ Worlée-Chemie GmbH

Anwendungsbereich

Anwendungsbereich

Zur Einordnung der Fallbeispiele und Methoden wird zwischen den Anwendungsbereichen Ziele, Strategie, Operatives & Projekte, Governance & Strukturen sowie Kultur & Führung unterschieden. Diese Kategorisierung orientiert sich am Praxismodell des nachhaltigen Innovationsmanagements und zeigt, in welchem thematischen Schwerpunkt ein Fallbeispiel oder eine Methode verortet ist.

Weitere Informationen zum Praxismodell finden Sie hier.

Ziele, Strategie, Operatives & Projekte, Kultur & Führung

Innovationsart

Innovationsart

Zur Einordnung der Innovationsaktivitäten wird zwischen Produkt- und Serviceinnovation, Prozessinnovation, Technologieinnovation sowie Geschäftsfeld- bzw. Geschäftsmodellinnovation unterschieden. Alle Innovationsformen können zur Steigerung von Nachhaltigkeit in ökologischer, ökonomischer oder sozialer Hinsicht beitragen.

  • Produkt- und Serviceinnovation umfasst die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Dienstleistungen, die einen Mehrwert für Kundinnen und Kunden schaffen und ressourcenschonende Ansätze fördern können.

  • Prozessinnovation bezieht sich auf die Einführung oder Optimierung interner Abläufe, Produktionsverfahren oder organisatorischer Strukturen, etwa zur Effizienzsteigerung oder besseren Nutzung vorhandener Ressourcen.

  • Technologieinnovation beschreibt die Entwicklung oder Anwendung neuer technischer Lösungen, die bestehende Prozesse, Produkte oder Systeme erweitern oder verbessern.

  • Geschäftsfeld- bzw. Geschäftsmodellinnovation umfasst die Erschließung neuer Märkte, Wertschöpfungsketten oder Erlösmodelle sowie die Weiterentwicklung bestehender Geschäftsstrukturen – häufig mit Blick auf langfristige Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.

Produkt/ Service, Prozess, Geschäftsmodell/ -feld

Branche

Branche

Zur thematischen Einordnung der Fallbeispiele wird zwischen den Branchen Chemie, Energie & Heizen, Glas & Metall, Lebensmittel, Maschinenbau, Nutzfahrzeuge, Zellstoff & Papier, Textil sowie Wasser & Sanitär unterschieden. Diese Brancheneinteilung dient in erster Linie der Gruppierung und Vergleichbarkeit der Fallbeispiele und orientiert sich weniger an offiziellen oder statistischen Klassifizierungen. Vielmehr soll sie die inhaltliche Nähe und thematische Schwerpunktsetzung der jeweiligen Unternehmen oder Organisationen abbilden.

Chemie

Nachhaltigkeit ist bei Worlée-Chemie tief in der Unternehmens-DNA verwurzelt – von der traditionsbasierten Produktentwicklung über innovative, ressourcenschonende Verfahren bis hin zur gezielten Kulturarbeit durch ein mehrjähriges Führungskräfteprogramm.

Die Vision, der nachhaltigste Lieferant zu werden, wird dabei nicht nur formuliert, sondern durch konkrete Maßnahmen in Forschung, Produktion und Führung konsequent gelebt.

Ausgangssituation

Nachhaltigkeit als Unternehmens-DNA: Wie Worlée-Chemie ökologische Verantwortung in Innovation übersetzt.

Die Worlée-Chemie GmbH zeigt, wie sich Nachhaltigkeit aus einer langen Unternehmensgeschichte heraus zu einem strategischen Leitprinzip entwickeln lässt: Was im 19. Jahrhundert mit Naturharzen begann, ist heute ein moderner Nachhaltigkeitsansatz, der im Einklang mit regulatorischen Anforderungen und gesellschaftlichem Wandel verfolgt wird. Die Vision, „der nachhaltigste Lieferant zu werden“, prägt dabei das gesamte unternehmerische Handeln – nicht ausschließlich als Reaktion auf äußeren Druck, sondern als Ausdruck einer langfristigen Haltung. 

Grundlage dafür ist u. a. ein mehrjähriges Führungskräfteprogramm, das Vision, Mission und Leitsätze im Unternehmen verankert und eine wertebasierte Kulturveränderung gezielt unterstützt.

Lösung

Tradition trifft Zukunft: Nachhaltigkeit als Innovationsmotor

Seit der Gründung im Jahr 1851 hat sich Worlée konsequent einem verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen verschrieben – schon damals wurden Farben und Lacke auf Basis von Naturharzen hergestellt. Dieses historische Erbe bildet den Nährboden für die heutige Innovationsstrategie: Nachhaltigkeit ist nicht ausschließlich extern motiviert, sondern tief im Selbstverständnis des Unternehmens verankert – eine Haltung, die Worlée zu einem Vorreiter für moderne, ressourcenschonende Chemie macht.

Nachhaltigkeit als gelebtes Leitbild: Wie Worlée-Chemie Verantwortung systematisch integriert

Bei der Worlée-Chemie GmbH ist Nachhaltigkeit mehr als ein Trend – sie ist Ausdruck einer langfristigen Haltung. Die Vision, „der nachhaltigste Lieferant zu werden“, prägt das gesamte unternehmerische Handeln. Statt sich von externen Anforderungen treiben zu lassen, integriert das Unternehmen Verantwortung als systemischen Bestandteil seiner Geschäftstätigkeit.

Die Grundlage dafür bildet ein mehrjähriges Führungskräfteprogramm, das in kontinuierlichen Workshop-Formaten Vision, Mission und Leitsätze in den Unternehmensalltag übersetzt und eine wertebasierte Kulturveränderung vorantreibt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vision, „der nachhaltigste Lieferant zu werden“, sowie ein verantwortungsvoller und wertschätzender Umgang miteinander. Durch diese gelebte Wertebasis entsteht ein Bewusstsein dafür, dass Nachhaltigkeit nicht durch äußeren Druck, sondern aus innerer Überzeugung wächst – als langfristiges Prinzip, getragen von Menschen, Strukturen und einer klaren Vision.

„Über alle Bereiche hinweg, in denen wir tätig sind, haben wir ein Führungskräfteprogramm, in dem unsere Mission, Vision und Leitsätze verinnerlicht werden. Das läuft über mehrere Jahre – ich war inzwischen, glaube ich, schon bei meinem fünften Workshop. Ein großer Faktor ist natürlich unsere Vision: Wir wollen der nachhaltigste Lieferant werden. Daneben spielt auch der Umgang miteinander eine wichtige Rolle – also wie wir mit unseren Mitarbeitenden und Kollegen umgehen. Beides wird in diesem Programm stark betont. Es wird auch viel Geld investiert, um das wirklich voranzutreiben. Und das führt natürlich zu einer Kulturbildung, zu einer echten Kulturveränderung. Wie gesagt: Wir haben das per Definition in unserer DNA – es wird einem quasi mitgegeben. Und das ist wirklich sehr, sehr wichtig.“ 

– Lars Ossenschmidt, Leiter Innovationsmanagement Worlée-Chemie

Strategisch nachhaltig: Produktentwicklung mit System und Anspruch

Die strategische Ausrichtung zeigt sich besonders in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit, wo Worlée auf innovative, umweltfreundliche Lösungen setzt. Nachhaltige Produktentwicklung ist dabei kein Nebenziel, sondern Kernbestandteil des unternehmerischen Anspruchs. Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglichen es, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in marktfähige Produkte zu überführen. Die Entwicklungsziele sind klar definiert und ambitioniert:

  • Einsatz von umweltfreundlichen (erneuerbaren) Rohstoffen
  • Entwicklung von Bindemitteln mit einem hohen Anteil an erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoffen (> 95 Prozent)
  • Entwicklung von wassergelösten Produkten anstelle von kohlenwasserstoffgelösten
  • Ersatz aromatenhaltiger Lösemittel durch aromatenfreie und entaromatisierte Lösemittel-Recycling und -verwertung
  • Verbesserte Lebensdauer der auf unseren Bindemitteln basierenden Lacke und Beschichtungen
  • Betrachtung von Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltaspekten während der Produktentwicklung und in der Produktanwendung

Prozesse im Zeichen der Ressourceneffizienz

Auch die Produktion folgt einem ressourcenschonenden Ansatz. Anlagenisolierungen, Wärmerückgewinnung und effiziente Antriebstechnologien tragen zur signifikanten Reduktion des Energieverbrauchs bei. Besonders hervorzuheben ist die thermische Nachverbrennungsanlage, die nicht nur Prozessabluft reinigt, sondern durch die Verwertung von Reststoffen zusätzlich Prozesswärme generiert – ein Beispiel für zirkuläre Ressourcennutzung innerhalb der eigenen Produktionskette.

Nachhaltigkeitseffekte

Nachhaltigkeit mit System: Wie Worlée ökologische Innovation und kulturellen Wandel verbindet

Die nachhaltige Ausrichtung der Worlée-Chemie GmbH zeigt sich in messbaren ökologischen und kulturellen Effekten – über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Durch den Einsatz erneuerbarer Rohstoffe, wassergelöster Bindemittel und aromatenfreier Lösemittel wird die Umweltbelastung reduziert. Die Produktion wurde durch Wärmerückgewinnung und energieeffiziente Technik deutlich ressourcenschonender gestaltet, während eine thermische Nachverbrennungsanlage zusätzlich Prozessabwärme zurückgewinnt und Emissionen senkt.

Gleichzeitig sorgt ein mehrjähriges Führungskräfteprogramm für die konsequente kulturelle Verankerung der Nachhaltigkeitsvision im Unternehmen: Die Vision, „der nachhaltigste Lieferant zu werden“, wird in Workshops verinnerlicht und prägt Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit. So entsteht eine Unternehmenskultur, in der Nachhaltigkeit nicht nur beschlossen, sondern aktiv gelebt wird – von der Entwicklung bis zur täglichen Praxis.

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